Baubericht: Tamiya Grasshopper II Black Edition

Eine Sonderedition der 2017er Neuauflage des Grasshopper II in schwarz mit Öldruckstoßdämpfern und neuestem Tamiya Fahrtregler ab Werk

Baubericht: Tamiya Grasshopper II Black Edition
Der eingeschweißte Bausatz

Am 17.07.2021 erschien ein weiterer Neuzugang in der großen Modellpalette von Tamiya. Zufälligerweise bin ich genau an diesem Tag auf der Seite meines bevorzugten Modellbaushops Tamico vorbeigekommen, um Teile für mein anderes neues Projekt zu kaufen. Da ich nicht widerstehen konnte, folgt hier nun der Baubericht.


Der Bausatz

Die Sonderausgabe in schwarz basiert auf der Neuauflage des Grasshopper II aus dem Jahr 2017. Der Ur-Grasshopper II stammt aus 1988. Besonderheit des vorliegenden Sondermodells sind:

  • Schwarze Karosserie mit passendem Dekorbogen in Gold und Orange
  • CVA Öldruckstoßdämpfer statt der üblichen Friktionsdämpfer
  • neuester Tamiya Fahrtregler TBLE-04S (mit Unterstützung für LiPO-Abschaltung)

Einen detaillierten Bericht zum neuen Regler gibt's hier: Tamiya TBLE-04S esc speed controller Review and Guide | The RC Racer

Der Blick in den geöffneten Karton

Wie von Tamiya gewohnt, ist alles in der Box schön geordnet und beschriftet. Der Zusammenbau geht daher zügig von der Hand.

Der Antriebsstrang

Das Getriebe - vor dem Zusammenbau

Das Getriebe ist ganz im Sinne des Klassikers einfach aber extrem robust gehalten. Beim Probelauf merkt man das allerdings auch: zu den leisen Getrieben zählt es definitiv nicht. Aber auch das weckt wieder Erinnerungen an die Kindheit.

Der fertig montierte Antriebsstrang

Tamiya liefert lediglich einen Mabuchi RS380 mit. Das gleiche Modell, mit dem auch schon das Original in den 80/90er Jahren ausgeliefert wurde. Im Gegensatz zu meinem Grasshopper I, habe ich es auch bewusst bei dieser Motorisierung belassen. Zu den Gründen weiter unten mehr.

Elektronik und der Rest des Chassis

Das Chassis - auf der Suche nach der optimalen Platzierung für Empfänger und Fahrtregler

Bei der Platzierung der Elektronik bin ich von der Empfehlung der Bauanleitung abgewichen. Empfänger und Fahrtregler haben bei mir die Plätze getauscht. Dadurch ergibt sich weniger Kabelgewirr zwischen Motor und Regler und auch das Kabel zum Akku reicht dadurch etwas weiter in den Akkuschacht, was später das Einsetzen und die Entnahme des Akkupacks leichter macht.

Hinterachsfederung und Getriebe

Warum Tamiya bei den beigelegten CVA-Dämpfern einen grauen Farbton gewählt hat, wirkt auf den ersten Blick seltsam. Der helle Ton hebt sich jedenfalls als Kontrast stark vom schwarzen Chassis und der Karosserie ab.

Vorderachsaufhängung im Detail

Der Zusammenbau der Öldruckdämpfer erfordert wie gewohnt etwas Geduld und Küchenpapier. Erfreulich ist allerdings, dass Tamiya bei der Menge des mitgelieferten Dämpferöls nicht kleinlich ist. Im Gegensatz zu den bisherigen Mengen, die ich vom Fighter Buggy DT-03 gewohnt bin, ist beinahe die doppelte Menge dabei. Durfte man beim DT-03 nichts verschütten, damit es grade so reicht, ist nun ausreichend Reserve vorhanden. Im Notfall ließen sich da 1-2 komplette Dämpfer neu befüllen. Super!

Das fertige Chassis

Probefahrt und erster Fahreindruck

Nach dem der Zusammenbau des Chassis erledigt war, war erst mal eine Probefahrt zur Einstellung des Senders fällig. Servorichtung und Gasrichtung mussten eingestellt und der Servo getrimmt werden.

Wie gehabt sorgt die Vorderachskonstruktion mit einfachen Querlenkern für ein anderes Lenkgefühl als bei Modellen mit doppelten Querlenkern. Das Pendeln im Rückwärtsgang aufgrund einknickender Räder, das man von den originalen Grasshopper I und II kennt, gibt's hier jedoch so ausgeprägt nicht. Das wird durch die CVA-Dämpfer abgemildert.

Die erste Ausfahrt zeigte zudem auch schnell, dass der mitgelieferte 380er Motor für den originalen Fahrwerksaufbau absolut ausreichend ist. Schon dieser Motor hat genug Drehmoment, um beim Gas geben, die Getriebebox gegen das Chassis schlagen zu lassen. Ein lautes Klack ist die Folge. Schuld ist hier die "doppelte" Federung. Die Federbeine reagieren im Vergleich zu den dünnen Federchen, die die Pendelachse am Chassis ausrichten sollen, sehr träge. Ergebnis ist, dass diese Federchen beim kleinsten Hauch bereits nachgeben. Ein stärkerer Motor vom Typ 540 würde hier nur dazu führen, dass die beiden Teile mit noch mehr Wucht aufeinanderschlagen. Sicher nicht sehr zuträglich für die Haltbarkeit. Vermutlich wäre dieses Verhalten mit den originalen Friktionsdämpfern weniger ausgeprägt, da diese weniger dämpfen.

Vor einem Tuning mit stärkerem Motor muss also die Achsbefestigung umgebaut werden. Entweder fixiert oder wenigstens versteift werden. Beim Grasshopper I ist das ja anders gelöst. Eine mögliche Lösung findet sich zum selber drucken bei Thingiverse. Oder bei AMPro Engineering, gegen einen kleinen Betrag.

Mit dem 380er Motor gewinnt der Buggy natürlich keine Rennen. Die Endgeschwindigkeit ist sehr gemütlich. Als Retromodell ist das für mich aber absolut in Ordnung. Schneller waren die Buggys in meiner Kindheit eben auch nicht. Zum Üben für die Kinder mehr als ausreichend und vermutlich auch eine lebensverlängernde Maßnahme.

Wer es doch etwas flotter mag, kann sich dieses Video gönnen. Hier kommen ein RZ Super Stock Motor und ein 2S-LiPO Akku zum Einsatz:

Grasshopper II getunt

Was man im Video schön sieht: die in hellem Grau gehaltenen Dämpfer stören die Optik beim vollständig zusammengebauten Modell am Ende nicht, sondern fügen sich gut in die Optik ein.

Die Karosserie

Die Lackierung habe ich mit Semi-gloss Black TS-29 vorgenommen, da ich das noch auf Lager hatte. Die Anleitung empfiehlt glänzendes Schwarz TS-14.

Beim Lackieren

Der leicht matte Farbton wirkt tatsächlich recht modern. Einzige Sorge: wie wirken die Hochglanzaufkleber auf dem matten Grund?

Die Aufkleber müssen alle einzeln von Hand ausgeschnitten werden

Das Anbringen der Aufkleber ist leider etwas mühsamer als man es von andern Modellen, wie beispielsweise dem DT-03 oder sogar dem eigentlich älteren Grasshopper I, gewohnt ist. Jeder einzelne Sticker muss von Hand, idealerweise mit einem Skalpell aus dem Bogen geschnitten werden. Das ist ziemlich zeitraubend. Der Lohn dafür ist allerdings ein gewohnt exakter Sitz der Motive auf der Karosserie. Zudem erlaubt es mir möglichst wenig glänzendes Drumherum zu lassen. Dadurch wirken die glänzenden Aufkleber auf dem matten Lack nicht deplatziert, sondern richtig edel, wie man auf den Bildern schön sehen kann.

Alle Aufkleber an Ort und Stelle

Speziell an Kanten, an denen die Sticker nur knapp überstehen, muss ggf. mit einem Fön und etwas heißer Luft unterstützt werden, um den dauerhaften Sitz zu gewährleisten.

Das fertige Fahrzeug

Das Endergebnis gefällt mir sehr gut. Besonders das matte Finish des Lacks harmoniert super mit den Glanzstickern. Fast zu schade zum schmutzig machen.

Andere Perspektive
Fehlt nur noch die Fahrerfigur...

Wenn der Fahrer fertig ist, werde ich die Bilder nachliefern. Vermutlich dann schon mit ersten Gebrauchsspuren :)

Fazit

Wie von Tamiya gewohnt, ein toller Bausatz der wieder viel Spaß beim Zusammenbau gemacht hat. Vor allem der Retro-Charme und die Kindheitserinnerungen machen das Modell für mich besonders. Zum Bashen zu schade und auch gar nicht gedacht, aber dank der verbesserten Federung (nach dem Tuning) und der gemächlichen Motorisierung definitiv etwas weniger gefährdet Schaden zu nehmen als manch anderer meiner Buggys. Wer also was zum Bauen mit den Kindern sucht und dabei ein bisschen die eigene Kindheit aufleben lassen will, ist hier genau richtig.